Diabetes mellitus
Umfassende Informationen zu einer der häufigsten Stoffwechselerkrankungen
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung mit dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegeln. Moderne Therapiekonzepte ermöglichen ein aktives, selbstbestimmtes Leben.

Überblick
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel auftreten. Ursache ist ein absoluter Insulinmangel und/oder eine gestörte Insulinwirkung.
Insulin ist das körpereigene Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, um steigenden Blutzuckerspiegeln entgegen zu wirken. Unbehandelt kann ein erhöhter Blutzuckerspiegel langfristig schwerwiegende Folgeerkrankungen verursachen.
Eine frühzeitige Diagnose, regelmäßige Betreuung und moderne Therapieansätze können helfen, den Alltag mit Diabetes aktiv, sicher und selbstbestimmt zu gestalten.
Therapieziele müssen immer an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das höchste Ziel ist die Therapieakzeptanz und -zufriedenheit.
Die verschiedenen Typen des Diabetes mellitus
Diabetes mellitus umfasst verschiedene Erkrankungsformen mit unterschiedlichen Ursachen und Behandlungsansätzen.
Autoimmunerkrankung mit Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen
Meist im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Lebenslange Insulinapplikation erforderlich.
Verminderte Insulinwirkung und relative Insulinmangelproduktion
Häufigste Form. Risikofaktoren: Übergewicht, Bewegungsmangel, familiäre Veranlagung.
Verschiedene Formen durch Organschäden oder Gendefekte
Nach Bauchspeicheldrüsen-OPs, Hormonerkrankungen oder monogenetischer Diabetes (MODY).
Schwangerschaftsdiabetes
Wird meist zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche festgestellt. Engmaschige Betreuung erforderlich.
Typische Beschwerden
In der Akutphase zeichnen sich alle Diabetesformen durch ähnliche Symptome aus. Dazu können Symptome der Folgeerkrankungen auftreten.
HbA1c-Wert:
≥ 6,5% spricht für diabetische Stoffwechsellage
Nüchternblutzucker:
≥ 126 mg/dl
Zuckerbelastungstest (oGTT):
≥ 200 mg/dl nach 2 Stunden
Für eine zuverlässige Diagnosestellung sollten mehrere Parameter kombiniert werden. Der HbA1c-Wert gibt Auskunft über den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2-3 Monate.
Folgeerkrankungen wirksam vorbeugen
Erhöhte Blutzuckerwerte können langfristig zu Gefäßschäden führen. Unser Ziel ist es, diesen durch Aufklärung und therapeutische Begleitung vorzubeugen.
Durchblutungsstörungen können sich entwickeln an:
- Herzversorgende Gefäße
- Hirnversorgende Gefäße
- Bein- oder Bauchgefäße
- Netzhautveränderungen → Sehbeeinträchtigung
- Nierenschäden → Eiweißausscheidung
- Nervenschäden → Kribbeln, Schmerzen
Gute Vorsorge schützt: Viele Patient:innen haben nur bei sehr hohen oder niedrigen Blutzuckerwerten Beschwerden. Sicher sind vereinzelte Ausreißer nie zu vermeiden, im Schnitt sollten die Therapieziele aber eingehalten werden.
Therapieziele
Es ist nahezu unmöglich allgemeingültige Therapieziele zu definieren. Diese müssen immer an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.
Das höchste Therapieziel ist die Therapieakzeptanz und -zufriedenheit von Seiten des Patienten. Eine theoretisch hervorragende Therapie hat keinen Nutzen, wenn die Umsetzung im Alltag zu aufwendig ist.
HbA1c-Wert:
Zwischen 6,5% und 8,5%, meist < 7,0%
Nüchternblutzucker:
Zwischen 100-125 mg/dl, optimal < 100 mg/dl
Blutzucker nach Mahlzeit:
Zwischen 160-180 mg/dl, optimal < 160 mg/dl
Wichtiger Hinweis
Alle Angaben sind als grobe Orientierungen zu verstehen. Die individuellen Therapieziele müssen immer mit dem Behandlungsteam definiert werden.
Technische Fortschritte der modernen Diabetestherapie
Die Diabetestherapie hat sich durch innovative Technologien grundlegend verändert. Ziel ist eine bessere Blutzuckereinstellung bei höherer Lebensqualität.
Das CGM-System misst den Glukosewert rund um die Uhr im Unterhautfettgewebe. Werte werden alle 1–5 Minuten erfasst und auf Smartphone oder Lesegerät übertragen.
Vorteile:
- Besseres Verständnis des Glukoseverlaufs
- Frühzeitige Warnung bei kritischen Werten
- Erhöhte Therapie- und Lebenssicherheit
Hinweis: Die Verordnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen unterliegt bestimmten Voraussetzungen.
AID-Systeme verbinden Insulinpumpe, CGM-System und Algorithmus für automatische Insulinanpassung. Besonders im Schlaf oder bei unvorhersehbaren Schwankungen bietet dies enorme Vorteile.
Komponenten:
- Insulinpumpe
- CGM-System
- Algorithmus für automatische Anpassung
Verfügbarkeit: Bisher nur bei Typ 1 Diabetes mellitus zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen umsetzbar.
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